Folge 70: "Falscher Verdacht " [17.11.2004]

Gerade hat das SAR-Team einen jungen Mann mit einer Wirbelsäulenverletzung in die Uniklinik Eppendorf geflogen, da kommt schon der nächste Einsatzbefehl.

Die pflegebedürftige Marianne Förster liegt nach einem Herzinfarkt bewusstlos in ihrem Krankenbett. Tochter Gesine, eine Krankenschwester, hat sofort die Rettungskräfte alarmiert. Durch den engagierten Einsatz der Notärztin Dr. Petersen kann die Patientin stabilisiert werden. Doch noch vor der Abfahrt des Rettungswagens verschlechtert sich ihr Zustand so rapide, dass Marianne stirbt. Gesine ist völlig fassungslos. Dies bleibt Sabine nicht verborgen. Nach Dienstschluss zitiert Oberstarzt Kettwig sie zu sich: Gesine Förster stellt Strafanzeige gegen Sabine. Der Vorwurf: passive Sterbehilfe! Bereits belastet durch den Tod der Patientin trifft diese Anschuldigung Sabine umso mehr. Sie ist Ärztin! Und tut doch alles, um Leben zu erhalten!

Auch wenn das Team zum Thema Sterbehilfe verschiedene Meinungen hat, sind die Kollegen sicher, dass der Vorwurf unbegründet ist und versuchen, Sabine zu unterstützen. So setzt Blank ihr einen Teddy vor die Tür mit der Aufschrift "Nur Mut“! Sabine hält den Bären zunächst für eine Geste Dr. Rieckhoffs, der offensichtliches Interesse an ihr hat. Gestärkt durch so viel Zuneigung macht sie sich an die schriftliche Gegendarstellung zum Fall Marianne Förster.

Bei Blank hat der Fall alte Wunden aufgerissen. Am nächsten Morgen offenbart er dem Team, dass sein Vater an Lungenkrebs gestorben ist und ihn zuvor gebeten hatte, Sterbehilfe zu leisten. Blank lehnte ab und ist sich bis heute nicht sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Sabine ist froh, noch nie in solch einer persönlichen Situation gewesen zu sein. Beruflich kommt für sie Sterbehilfe nicht in Frage. Erst recht nicht als Notärztin, der der Einblick in die Lebensumstände ihrer Patienten fehlt.

Alarm! Homanns alter Schulfreund sollte im Rettungszentrum Reparaturarbeiten erledigen und hat mit der Bohrmaschine ein Stromkabel getroffen. Der Hubschrauber bringt ihn in die Uniklinik Eppendorf. In der Spezialabteilung kann sein Augenlicht gerettet werden.

Blank nutzt die Gelegenheit mit Gesine zu sprechen, die hier angeblich arbeitet. Auf Station erfährt er, sie wurde wegen unterlassener Hilfeleistung entlassen. Telefonisch stellt Blank Gesine zur Rede. Sie gesteht, auf Bitten eines alten Patienten passive Sterbehilfe geleistet zu haben. Der Mann konnte jedoch von einem Kollegen reanimiert werden und war im Nachhinein überglücklich darüber. Gesine sieht ein, dass sie ihre eigene Geschichte an Sabine auslebt. Sie zieht die Anzeige zurück.

Sabine ist gerührt, wie sehr sich Blank für sie eingesetzt hat und erkennt, dass der Teddy von ihm ist! Dr. Rieckhoff muss erkennen, in der Gunst der liebenswerten Notärztin liegt sein Nebenbuhler Blank vorne ...