"Sie spielen in diesem Jahr wieder einen Bösen. Wie fühlen Sie sich in dieser Rolle?"
KÖNIG: "Gut. Die Rolle ist interessant."

"Auf der Bühne sind Sie auch zu einer Frau böse. Wie ist Ihre persönliche Beziehung zu Frauen?"
KÖNIG: "Die ist alles andere als böse. Böse überhaupt nicht. Kein bisschen."

"Was für eine Gefühl ist es, da oben auf dem Felsen zu stehen?"

KÖNIG: "Ein schönes Gefühl."

"Wie ist das möglich bei dieser Hitze auf der Freilichtbühne zu spielen?"
KÖNIG: "Für die körperlichen Aktivitäten hat man natürlich weniger Luft. Konditionell ist das anstrengend, aber für Knochen, Muskeln usw. ist es natürlich optimal, weil man warm und geschmeidig ist. Für die Pferde ist das sehr, sehr schwer, und auch für uns alle ist es ziemlich schwer, in dieser Hitze wirklich zu spielen. Es ist nett, wenn die Sonne scheint und der Himmel blau ist, aber ein bisschen Luft muss noch wehen. Ein kleiner Wind ist sehr angenehm. Wenn kein Wind weht und die Luft da unten wirklich steht, dann haben wir immer 15 Grad mehr als draußen."

"Und wie spielt man im Regen?"
KÖNIG: "Das habe ich gern. Es ist wunderbar, sich im Schlamm zu suhlen. Und wenn es nur einen Tag regnet, geht es wirklich, es macht Sapß."

"Man sagt, dass ihr hier in Bad Segeberg ein gutes Arbeitsteam seid. Treffen Sie sich mit den Kollegen auch nach den Vorstellungen?"
KÖNIG: "Ja, sicher. Mit Jochen Baumert ab und zu, mit Joshy Peters sowieso und auch mit anderen."

"Wie sieht der Arbeitstag eines Schauspielers hier in Bad Segeberg aus?"
KÖNIG: "Ich stehe später auf. Dann gehe ich was frühstücken, meistens in die Kantine unten. Ich bin immer um zwei Uhr da. Dann ziehe ich mich an, gehe in die Maske um halb drei, und viertel vor drei bin ich hinter der Bühne. Dann gehe ich auf den Kalkberg. Zwischen den Vorstellungen lege ich mich irgendwohin, oder wenn gutes Wetter ist, gehe ich am Ihlsee schwimmen oder spazieren, oder ich gehe was essen. Und abends bin ich wieder eine Stunde vor der Vorstellung da. Nach der Vorstellung sitz man noch ein bisschen herum, trinkt noch was und so."

"Fahren Sie jeden Tag nach Hamburg?"
KÖNIG: "Nein. Nicht jeden Tag. Nur an den drei Tagen, die frei sind. Ab und zu auch nach der Vorstellung, wenn es sein muss."

"Was muss ein Schauspieler machen, um körperlich fit zu bleiben?"
KÖNIG: "Ich mache noch nicht besonders viel. Ich verlasse mich ein bisschen auf meine Jugend. Wenn ich das noch weiter machen will, dann muss ich vielleicht gesünder leben oder so. So lange es geht, bis man nichts Gegenteiliges merkt, lebt man gut."

"Wie gehen Sie mit unerwarteten Situationen auf der Bühne um?"
KÖNIG: "Spontan, ganz spontan. Ich bin ein Typ, der ziemlich schlagfertig ist. Wenn ich irgendetwas sehe, was nicht klappt, wie es klappen sollte, dann fällt mir immer ein dummer Spruch ein."

"Müssen Sie dann nicht lachen?"
KÖNIG: "Sicher, natürlich. Aber es ist nicht so schlimm."

"Was war Ihr schönstes Erlebnis auf der Bühne und was Ihr Schlimmstes?"
KÖNIG: "Es ist immer schön, wenn viel Publikum da ist, wenn die Stimmung stimmt und wenn ich merke, dass das Publikum begeistert mitgeht. Und das Schlimmste? Wenn eine Vorstellung in Pech und Pleiten untergeht. Alles, was man anpackt, geht einfach daneben. Und das passiert auch mal da unten. Wenn das zuviel wird, denkt man: Um Gottes Willen, lass' es schnell vorbei gehen."

"Vergessen Sie auch von Zeit zu Zeit den Text?"
KÖNIG: "Habe ich noch nie vergessen."

"Sie haben gesagt, dass Ihre Eltern auch Schauspieler sind. Beraten Sie mit ihnen, wenn Sie eine neue Rolle studieren, oder machen Sie das nur nach Ihrer Meinung?"
KÖNIG: "Nein, Eigentlich nicht. Da mischen sich meine Eltern überhaupt nicht ein, weil ich selber sehen muss, wie ich das bewältige. Aber sie sind meine schärfsten Kritiker. Sie gucken sich alles an, was ich mache, und sagen, was schlecht ist, und was gut war. Und dann überlege ich, ob sie Recht haben könnten oder nicht. Wenn ich meine, sie haben Recht, dann ändere ich, wenn ich meine, sie haben nicht Recht, lasse ich es so."

"Haben Sie schon mit Ihren Eltern zusammen auf der Bühne gespielt?"
KÖNIG: "Noch nicht, aber ich würde gerne."

"Mit welchen bekannten Schauspielern wollen Sie gern auf der Bühne stehen?"

KÖNIG: "Ich habe kein Ideal. Ich lasse mich immer überraschen."

"Was war Ihre schwierigste Lebenssituation?"
KÖNIG: "Das war der Tod meiner damaligen Freundin, sie ist an Krebs gestorben. Mit ihr war ich gerade zusammen, und ich wollte mit ihr auch wirklich zusammen bleiben."

"Welche war Ihre beste Rolle?"
KÖNIG: "Im ,Butterbrot' - den Stephan Kowalski."

"Wie ist Ihre Beziehung zu Kindern?"
KÖNIG: "Gut, Noch nicht so gut, dass ich selber welche haben möchte, aber ansonsten gut."

"Wie gefällt Ihnen die indianische Kultur?"
KÖNIG: "Sehr gut. Ich habe sie das erste Mal durch diesen Rezitationsabend kennen gelernt, und das war sehr toll."

"Wann hatten Sie im Leben die größte Freude?"
KÖNIG: "Als ich die Aufnahmeprüfung zur Schauspielschule bestanden hatte."

 
(entnommen aus dem Buch "Winnetou, wie Sie ihn nicht kennen (1992 - 1994)" von Marie Brahová, Verlag Starlight, Nachod)