"Wie sind Sie zu dieser Arbeit in Bad Segeberg gekommen?"
KÖNIG: "Als freiberuflicher Schauspieler habe ich ein Stück in einem Privat-Theater in Hamburg gespielt. Dort hat mich der hiesige Intendant gesehen und hat mich gefragt, ob ich Lust hätte, hier zu spielen. Ich hatte Interesse und so habe ich ,Ja' gesagt."

"Und wie sind Sie zum Schauspielerberuf gekommen?"
KÖNIG: "Ich komme aus einer Schauspielerfamilie. Mein Vater ist Schauspieler, meine Mutter ist Schauspielerin. Ich war früher oft hinter der Bühne und auch als Kind auf der Bühne. Von meinem 17. bis zu meinem 20. Lebensjahr habe ich die Schauspielschule besucht und seit dieser Zeit bin ich in diesem Beruf."

"Sie spielen hier jetzt das zweite Mal. Welche Rolle war für Sie besser - der Apanatschka oder der Butler?"
KÖNIG: "Letztes Jahr, der Apanatschka, lag mir mehr. Die Halbblutrolle war leichter zu spielen, es war viel Action. Jetzt, in diesem Jahr, ist die Rolle auch schön, aber es ist schwieriger, so eine gemeine Aggresivität rüberzubringen. Und so war die Rolle letztes Jahr, glaube ich, ein bisschen dankbarer. Aber dieses Jahr macht es genauso viel Spaß wie im letzten."

"Welchen Rollentyp spielen Sie am liebsten?"
KÖNIG: "Alle. Es gibt keine, die ich nicht spielen würde."

"Kann diese Rolle als Butler auf das Privatleben des Schauspielers eine Wirkung haben?"
KÖNIG: "Nein. Ich bin ein ganz ruhiger, lustiger, aber zurückhaltender Mensch. Ich bin ein Denkertyp und distanziere mich von Aggresivität."

"Wie arbeitet man hier in Bad Segeberg? Wie gefällt Ihnen das Team?"

KÖNIG: "Sehr gut. Es gefällt mir sehr gut. Die Leute hinter der Bühne sind ein tolles Team. Und witzige Leute, es bringt viel Spaß."

"Welcher Partner ist hier für Sie der Beste?"

KÖNIG: "Am liebsten spiele ich hier mit Joshy Peters zusammen. Auch schon letztes Jahr. Wir sidn ein gutes Gespann, das sich hier noch weiter etablieren wird."

"Zu Ihrer Arbeit gehören auch verschiedene gefährliche Szenen. Haben Sie keine Angst?"

KÖNIG: "Nein. Habe ich nicht."

"Wo haben Sie so gut reiten gelernt?"
KÖNIG: "Als Jürgen Lederer mich letztes Jahr für die Rolle des Apanatschka engagiert hat, hat er mich gefragt, ob ich reiten könnte. Und da ich unbedingt spielen wollte, habe ich gesagt: 'Klar. Natürlich kann ich reiten. Ich bin auf dem Pferd geboren.' Ich saß bis dahin noch nie auf einem Pferd. Noch nie. Ich habe den Vertrag unterschrieben und dann bin ich zu einer guten Freundin [Anm. das war Stephanie Kindermann, 1994 die Maria in Segeberg] gegangen, wir haben ein Pferd geliehen und sie hat es mir beigebracht. Während der Proben konnte ich bei Wilfried Zander auch noch Unterricht nehmen. Dann klappte es."

"Einmal habe ich im Publikum gehört, dass Sie immer ernst sind und nicht lachen können. Wie ist das mit Ihrem Sinn für Humor?"
KÖNIG: "Ich kann. Ich lache eigentlich sehr, sehr viel. Und ich mach' gern Witze. In der Rolle habe ich ein hämisches, gemeines Lachen. Aber normal bin ich ein lustiger Mensch, so ist es. Ich bin auch ein sarkastischer Mensch, Ironie und Sarkasmus, das gefällt mir sehr."

"Stören Sie nicht Fotografen und die Leute mit Videokameras?"

KÖNIG: "Nein, sie stören mich nicht."

"Was ist Ihr Hobby?"
KÖNIG: "Ich habe keine Hobbys. Mein Beruf ist mein Hobby."

"Was planen Sie für die Zeit nach der Saison. Und für die nächste Saison?"
KÖNIG: "Wenn ich ein Angebot kriege und die Rolle stimmt, bin ich relativ flexibel. Und nach der Saison gehe ich mit Joshy peters und noch einem Kollegen aus Berlin nach Bremen ins Packhaustheater. Das ist eine kleine Studiobühne, da passen 150 Leute rein - winzig, aber süß. Und da spielen wir eine deutsche Komödie. [Anm. Gemeint war natürlich das ,Buttebrot']"

"Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich wünschen?"

KÖNIG: "Oh Gott. Gesundheit, viel Spaß im Leben und ... weiß ich nicht ... Aufregeung, Abenteuer."

 
(entnommen aus dem Buch "Winnetou, wie Sie ihn nicht kennen (1992 - 1994)" von Marie Brahová, Verlag Starlight, Nachod)