| Komödie: Wenn
„Kunst" Freundschaft gefährdet Was ist Kunst? Über diese Frage haben schon viele Gelehrte gestritten - doch wohl selten in einer solch humorvollen Form, wie sie die Pariser Autorin Yasmina Reza 1994 auf die Bühne brachte. In ihrer inzwischen zum Kult avancierten Komödie „Kunst" wird über diese Frage sogar eine lang währende Männerfreundschaft auf die Probe gestellt. Auch das Packhaustheater im Schnoor hat sich dieses Stoffes angenommen; in der Inszenierung des bewährten Regie-Tandems Andrea Krauledat und Michal Derda kommt es heute abend zur Premiere; bis Ende April wird es täglich - außer montags - ab 20 Uhr zu sehen sein. „Nach dem großen Erfolg von ,Ladies Night' haben wir schon sehr gründlich über das Nachfolgestück nachgedacht", sagt Krauledat, zugleich Leiterin des Hauses. Dass die Wahl schließlich auf „Kunst" fiel, hatte indes auch viel mit der Eigeninitiative der Schauspieler zu tun. Denn Stefan Schneider, Joshy Peters und Nico König hatten sehr für ein ähnlich angelegtes Männerstück plädiert - und mit ihrem Vorschlag, „Kunst" auf die Bühne zu bringen, schließlich offene Türen eingerannt. König musste aus terminlichen Gründen allerdings passen - für ihn sprang Hans Schernthaner ein. Stein des Anstoßes ist in der hoch intelligenten Komödie ein ausnahmslos weißes Bild, das der zeitgeistorientierte Arzt Serge für stolze 200 000 Francs kauft - und es sogleich zur hohen Kunst erklärt, zum Leidwesen seines Freundes Marc, der dies gar nicht nachvollziehen kann. Auch der Dritte im Bunde, der zögerliche Yvan, wird in den Streit mit einbezogen - und gerät ähnlich wie die anderen beiden in eine Sinnkrise, was die Freundschaft und das eigene Leben betrifft. |
Die Welt, 06.März, 2003 |
| „Kunst“
Eine bitterböse Komödie, in der Autorin Yasmina Reza das Zerbrechen einer langjährigen Männerfreundschaft beschreibt. Da ist Marc (Nico König), ein blasser Brillenträger, Serge (Stefan Schneider), der kühle kunstbegeisterte Dermatologe und Yvan (Joshy Peters), ein unbeholfener, opportunistischer Schreibwarenvertreter. Auslöser für einen handfesten Krach der drei Freunde ist ein komplett weißes Bild, das sich Serge für eine geradezu horrende Summe gekauft hat. An diesem Bild scheiden sich nun die Geister, bis zum Schluss der Streit zwischen den Freunden das Leben der drei, und ihre gegenseitigen Beziehungen grundlegend verändern wird: Der erste begeistert sich für dieses weiße monochrome Gemälde, der zweite bekämpft es auf das Heftigste und der dritte will, da er es sich mit keinem der anderen verderben will, keine Stellung beziehen. Das komplett weiße Bild, auf dem man, laut Serge jedenfalls, weiße Querstreifen entdecken kann, aber nur, wenn man die Augen zukneift, wird zum Katalysator für diverse und längst überfällige Abrechnungen untereinander. Erleben Sie das Darstellertrio Stefan Schneider, Nico König und Joshy Peters in ausgeklügelter Balance zwischen Tragikkomik und boulevardeskem Klamauk im Waldau Theater-Komödie Bremen. Regie führte Michael Derda. |