"Wie fühlst du dich wieder als Bandit?"
KÖNIG: "Sehr gut. Ausgesprochen gut. Ich habe Segeberg 1995 vermisst. Auch, wenn ich meine Gründe hatte, und mit anderen Arbeiten gebunden war. Ich bin glücklich, wieder hier zu sein."

"Als Gibson willst du nur Gold. Was willst du vom Leben persönlich?"
KÖNIG: "Ich will mehr. Ich möchte gerne gesund bleiben, im Kreise meiner Lieben bleiben, und sicherlich auch karrieremäßig, beruflich etwas erreichen. Und mir und meiner zukünftigen Familie will ich auch einiges aufbauen."

"Wie ist das, auf einer Bühne zu singen?"
KÖNIG: "Das ist das erste Mal, dass ich auf der Bühne singe. Es ist witzig, es ist auch kein richtiges Lied. Das Singen bringt Spaß. Es ist für mich eine andere, eine neue Erfahrung."


"Und wie ist es, den Tod zu spielen?"
KÖNIG: "Das ist auch sehr interessant. Das werde ich noch ein bisschen ändern. Ich galube, ich werde das Ganze etwas verlängern."

"Wie schwer ist es für den Schauspieler, sein Privatleben zu schützen?"
KÖNIG: "Das ist nicht so ein großes Problem. Die Fans, die wir haben, die sind nicht aufdringlich. Sie sind da, wen wir hier sind. Wir reden mit ihnen, geben ihnen Autogramme oder lassen uns mit ihnen fotografieren. Aber sie sind nicht so, dass sie uns hinterher fahren, überhaupt nicht. Ihnen liegt etwas an den Spielen. Sie sind gerne hier und sie können das Privatleben vom Künstlerleben trennen."

"Welche Frage stellen dir die Journalisten am meisten?"
KÖNIG: "Was ich bis jetzt schon gemacht habe."

"Ist es schon passiert, dass sie auch die Unwahrheit über dich schreiben?"
KÖNIG: "Nein. Nur ab und zu verdrehen sie was. Da bin ich ein oder zwei Jahre älter oder jünger, das passiert. Aber Schlimmeres ist dabei noch nicht geschehen. Also keine große Sensation oder angedichtete Affäre."

"Wie gefällt dir das Kinderfest hier?"
KÖNIG: "Das finde ich süß."

"Erinnerst du dich noch an deine Kindheit?"
KÖNIG: "Ich erinnere mich an meinen sechsten Geburtstag. Ich war damalas mit meinen Eltern auf Gran Canaria. Dort gibt es eine Westernstadt, wo auch viele Western gedreht wurden. An meinem sechsten Geburtstag waren wir da. Ich guckte eine Show an, und es wurde auch gerade gedreht. Und ich laufe durch eine dieser Absperrungen und werde auf der anderen Seite aufgehalten, von einem Mann. Der hat mich auf den Arm genommen und wieder zu meinen Eltern gebracht. Und dieser Mann war Lee van Cleefe. Damals wusste ich es nicht und es war mir auch geal. Aber mein Vater war ganz steif vor Aufregung."

"Wie warst du als älterer Bruder? Warst du ein Vorbild für deine Schwester?"
KÖNIG: "Nein. Vorbild möchte ich nicht sagen. Im Prinzip sind wir eigentlich fast Einzelkinder. Denn wir sind zehn Jahre auseinander. Das ist schon eine lange Zeit. Bis zu meinem zehnten Lebensjahr bin ich als Einzelkind aufgewachsen, und bei meiner Schwester war das dann ähnlich. Denn sie war dann auch immer alleine zu Hause und ich hatte bereits das Weite gesucht. Deshalb waren wir wohl eher immer Freunde, und ich war weniger ein Vorbild."

"Wie warst du als Schüler in der Schule?"
KÖNIG: "Auf der Grundschule war ich bis zur fünften Klasse sehr verspielt. Eine Klasse musste ich sogar wiederholen. Dann habe ich mich zusammen gerissen und bin aufs Gymnasium gegangen. Die schriftlichen Arbeiten lagen mir allerdings nie. Ich habe dafür die Lehrer immer in Grund und Boden gequasselt. Ohne zu melden, ich habe einfach geredet. Das Gymnasium habe ich nach der zehnten Klasse verlassen. Ich habe kein Abitur, weil ich die Schauspielschule besuchen wollte. Aber mein Notendurchschnitt war immer gut."

"Wie war deine Beziehung zu deinen Eltern?"
KÖNIG: "Sehr gut, und sie ist es immer noch."

"Waren deine Eltern Vorbilder für dich?"
KÖNIG: "Ich habe immer so ein Problem mit Vorbildern. Jeder ist ein eigenständiger Mensch. Jeder hat seine Eigenheiten, Eigenarten und die sollte er auch nicht aufgeben. Und er sollte auch nicht versuchen, irgendjemanden nachzueifern. Das wäre nicht gut. Ich versuche stets, meine Arbeit auf meine Art zu tun."

"Worauf freust Du dich jetzt am meisten?"
KÖNIG: "Auf besseres Wetter."

"Wie bereitest du deine Hochzeit vor?"
KÖNIG: "Die Hochzeitsvorberietungen sind zum größten Teil schon getroffen. Die Kirche ist organisiert, der Pastor auch. Als Musiker haben wir einen Flamencogitarristen, da wir keinen Organisten wollten. Die Feierlichkeiten sind also schon gereglt. Auch die Trauzeugen sind bestätigt. Nur den Smoking muss ich noch kaufen. Den habe ich noch nicht. Ich kann also sagen, dass ich meinen Teil für diesen Tag organisiert habe."

"Einen Termin hast du auch schon?"

KÖNIG: "Ja, Freitag, der 13. September."

"Wieviel Gäste hast du eingeladen?"
KÖNIG: "Circa 150. Wir machen keinen Polterabend, den lassen wir weg, weil ich keine Lust habe, eine ganze Woche zu feiern. So machen wir alles an einem Tag."

"Hast du eine Traumrolle, die du gerne spielen willst?"
KÖNIG: "Nein. Wenn ich ein Angebot bekomme, das mir gefällt, spiele ich immer gern."

"Was gefällt dir vor allem an deinem Beruf?"
KÖNIG: "Die Vielfältigkeit - ich mache alle - ich synchronisiere für Film, Funk und Fernsehen - das heisst, ich arbeite nur mit meiner Stimme. Oder ich stehe auf der Bühne oder vor der Kamera. Man weiß nicht, was morgen sein wird. Ich kann morgen etwas lesen, was mir unheimlich gut gefällt. Ich weiß heute nicht, was ich nächste Woche machen werde. und das gefällt mir."

"Wenn du nicht Schauspieler geworden wärst, welchen anderen Beruf hättest du gern ergriffen?"
KÖNIG: "Das weiß' ich überhaupt nicht. Irgendetwas Kreatives vielleicht. Ich habe keine Ahnung, ich weiß' es nicht."

"An welchen Moment hier in Bad Segeberg erinnerst du dich am liebsten?"
KÖNIG: "An die Saison 1992. Es war für mich alles neu, man nimmt alles intensiver auf. Das war einfach irre. Und diesem Spaß jagt man jedes Jahr hinterher. Ich habe jedes Jahr tolle Momente, aber 1992 war einfach super."

 
(entnommen aus dem Buch "Winnetou, wie Sie ihn nicht kennen (1995 - 1996)" von Marie Brahová, Verlag Starlight, Nachod)