"Wie ist es, die Karl-May-Vorstellung vom Zuschauerraum aus zu verfolgen und nicht auf der Bühne zu stehen?"
KÖNIG: "Für mich interessant. So habe ich das schon lange nicht mehr gesehen."

"Wie schwer ist es für einen Schauspieler in Deutschland zu Geltung zu kommen?"
KÖNIG: "Es ist eigentlich in Deutschland einfacher, seitdem die Film- und Fernsehgeschäfte wiederbelebt werden. Das heisst, es wirdi mmer mehr produziert und getan, auch auf anderen Sektoren als früher. Dadurch ergibt sich zwangsläufig eine größere Popularität. Damit meine ich aber nicht nur Film und Fernsehen, sondern auch große Festpiel- und Theaterveranstaltungen, die ein breites Publikum erreichen."

"Was ist bei der Schauspielarbeit die größte Schwierigkeit?"
KÖNIG: "Das Schwierigste bei unserer Arbeit ist es, eine gute Rolle zu bekommen, die man gern spielen möchte. Das andere ist Leidenschaft, das ist nicht schwierig. Das sind nur Kleinigkeiten, wie Text lernen und andere Sachen."

"Welche Bedeutung hat für einen Schauspieler die Freundschaft?"
KÖNIG: "Eine sehr große. Ich habe jetzt nur zwei echte Freunde. Denn ich rechne nicht die Freunde aus meiner Kindheit. Echte Freunde sind Menschen, auf die ich in jeder Situation bauen kann."

"Und wie kann man erkennen, dass es sich um wirkliche Freundschaft handelt und nicht, dass jemand Nutzen aus deiner Popularität zieht?"
KÖNIG: "Ich bin ein Mensch, der auf jeden offen zugeht. Ich halte mich nicht für etwas Besonderes, ich mache auch nichts Besonderes, sondern das, was mir Spaß macht, und was ich kann. Wie erkennt man einen Freund? Man muss fühlen, was da zwischen den beiden Menschen abläuft. Ob die Chemie stimmt. Da braucht man nicht viel reden, beide müssen es fühlen."

"Welchen Unterschied gibt es für dich zwischen Freundschaft und Liebe?"
KÖNIG: "Ich habe meine Freundin, die ich liebe. Wenn ich also von Freundschaft rede, meine ich auch Liebe, nur dass ich das Bett ausklammere."

"Was ist für dich wichtiger - die Freundschaft oder die Liebe?"
KÖNIG: "Das kann man so nicht trennen. Freundschaft ist für mich auch Liebe. Alles andere ist Bekanntschaft. Wirklich befreundet bin ich nur mit drei Menschen."

"Bekommst du viele Briefe von Fans?"
KÖNIG: "Dafür, dass ich nicht so durch Film und Fernsehene populär bin, sind es recht viele. Das hat aber auch mit Segeberg zu tun, denn hier gibt es eine spezielle Fangemeinde. Es sind alles Karl-May-Fanns, die pilgern von einer Spielstätte zur anderen. Und die Akteure, die ihnen gefallen, denen schreiben sie auch Briefe. Es ist hier alles sehr familiär, und es gefällt mir."

"Beantwortest du diese Briefe?"
KÖNIG: "Ja, nicht immer ganz pünktlich, aber ich bemühe mich."

"Was ist dein Lebensziel? Was willst du im Leben noch erreichen?"
KÖNIG: "Ein kleines Häuschen in der Nähe von Hamburg zu bauen, das wäre mein Traum für später. In erster Linie wünsche ich mir jedoch Gesundheit für meine Freundin, meine Familie, meine Freunde und mich. Und dann träume ich davon, immer das machen zu können, wozu ich Lust habe."

"Welchen Augenblick im Leben würdest du gerne wiederholen und ihn ganz anders machen?"

KÖNIG: "Ich hatte eine ziemlich schwere Phase vor fünf Jahren. Damals ar meine Freundin gestorben und konnte nicht helfen. In dieser Phase habe ich dann etwas getan, was ich nie machen wollte - anderen Leuten ebenfalls Leid zugefügt."

"Hast du ab und zu auch ein schlechtes Gewissen?"
KÖNIG: "Ja. Und zwar dann, wenn ich jemandem, der meine Hilfe braucht, nicht helfen kann."

"Was sind deine Schwächen?"
KÖNIG: "Ich habe einen Samariter-Komplex. Wenn jemand Probleme hat und zu mir kommt, dann sage ich: 'Och, du Armer' und versuche, ihm zu helfen. Ich habe außerdem eine gewisse Eitelkeit - die ist nun mal da und ich denke, die hat wohl jeder. Vielleicht lege ich sie auch ab."

"Was ist deiner Meinung nach echtes Glück?"
KÖNIG: "Glück? Das ist ein wunderschönes Gefühl."

"Wann warst du das letzte Mal glücklich?"
KÖNIG: "Jetzt bin ich glücklich."

"Was war der größte Fehler deines Lebens?"
KÖNIG: "Der kommt wohl erst noch."

"Worauf freust du dich jetzt?"
KÖNIG: "Ich freue mich auf das, was noch kommt. Auf die Zukunft, die ungewiß ist."

"Wovor fürchtest du dich?"
KÖNIG: "Das ist die gleiche Antwort. Ich freue mich auf das, was vor mir liegt und was noch kommt, aber ich habe auch Angst davor."

"Welche Resonanz gibt es auf deine Rolle in der Serie "Alle lieben Julia"?"
KÖNIG: "Eigentlich ist die Reaktion auf diese Serie gering. Bis auf einige Zwölfjährige, die mir auf der Straße hinterher schauen."

"Wie war für dich die Arbeit an dieser Serie?"
KÖNIG: "Für mich war das ein ,Trainingslager'. Wir haben 22 Sendeminuten am Tag gedreht. Für einen Film werden an einem Tag normalerweise 3 - 4 Minuten gedreht. Der Tagesablauf war sehr anstrengend. Wir waren 16 Stunden im Studio. Abends musste man Texte für den nächsten Tag lernen. Das hat unheimlich zusammen geschweißt. Ich habe da meine Freundin kennengelernt und einige ganz liebe Freunde. Bis dahin habe ich Theater- und Synchronarbeiten gemacht. Ich habe noch nie so intensiv und so viel gedreht. Meine Kameraerfahrung war bis dahin nur gering. Es war für mich eine wichtige Erkenntnis zu sehen, wie man sich vor der Kamera bewegt, was man alles machen kann. Denn Film ist ein anderes Medium als Theater."

"Was drehst du jetzt?"
KÖNIG: "Ich habe jetzt zwei kleine Episodenrollen in der Serie "Gegen den Wind" und dann habe ich Ende des Jahres eine größere Episodenrolle in "Doppelter Einsatz" - das ist eine Krimiserie, die auf RTL läuft."

"Wie wichtig ist für dich Geld?"
KÖNIG: "Ich habe eigentlich keine Relation zum Geld. Ich habe angefangen zu arbeiten und immer gut verdient. Ich liebe ein gutes Leben und habe, egal, wie viel ich verdiene, nie Geld. Weil ich es gerne ausgebe."

"Wofür verschwendest du dein Geld am liebsten?"
KÖNIG: "Ich feiere gerne mit Freunden und liebe schöne, schnelle Autos. Jetzt habe ich einen Audi GTI-Coupée mit Automatikgetriebe."

 
(entnommen aus dem Buch "Winnetou, wie Sie ihn nicht kennen (1992 - 1994)" von Marie Brahová, Verlag Starlight, Nachod)